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Depressionen – weit verbreitet und gefürchtet

Bild von Ulrike Mai auf Pixabay

Depression ist weltweit eine häufige psychische Erkrankung, die in Deutschland geschätzt 4 Millionen Menschen betrifft. Einige Quellen gehen sogar davon aus, dass die Zahlen in den letzten Jahren angestiegen seien. Depressionen sind mittlerweile auch häufiger Grund für Arbeitsunfähigkeit. Besorgniserregende Nachrichten! Daher wollen wir uns in diesem Artikel damit beschäftigen, wann der Experte eigentlich von einer Depression spricht und wie du diese Erkrankung erkennen kannst.

Symptome einer Depression

„Ich fühle mich wie in einem viel zu engen Anzug. Getrennt von den anderen, allein und einsam. Ich kann den Gesprächen um mich herum kaum folgen, bin ständig in meinen Gedanken verhaftet und habe Probleme einzuschlafen. Morgens möchte ich am liebsten in meinem Bett bleiben. An Arbeiten ist nicht mehr zu denken, obwohl ich früher gerne zur Arbeit gegangen bin. Den Haushalt bekomme ich kaum noch in den Griff. Zu Nichts kann ich mich aufraffen und mich verfolgt der Gedanke, dass ich zu nichts mehr zu gebrauchen bin. Am liebsten würde ich mich verkriechen und die Decke über den Kopf ziehen.“

Patientin, die an einer schweren Depression erkrankt ist

In dem internationalen Katalog für Erkrankungen (ICD), der von der WHO in Zusammenarbeit mit der DIMDI (Deutsches Institut für medizinische Dokumentation und Information) herausgegeben wird, werden auch psychische Störungen klassifiziert. Die aktuellste Version ist die 10. Revision, also der ICD-10. Lesen wir also nach, was sich hinter der Diagnose „depressive Störung“ verbirgt.

„Bei den typischen leichten (F32.0), mittelgradigen (F32.1) oder schweren (F32.2 und F32.3) Episoden leidet der betroffene Patient unter einer gedrückten Stimmung und einer Verminderung von Antrieb und Aktivität. Die Fähigkeit zu Freude, das Interesse und die Konzentration sind vermindert. Ausgeprägte Müdigkeit kann nach jeder kleinsten Anstrengung auftreten. Der Schlaf ist meist gestört, der Appetit vermindert. Selbstwertgefühl und Selbstvertrauen sind fast immer beeinträchtigt. Sogar bei der leichten Form kommen Schuldgefühle oder Gedanken über eigene Wertlosigkeit vor. Die gedrückte Stimmung verändert sich von Tag zu Tag wenig, reagiert nicht auf Lebensumstände und kann von so genannten „somatischen“ Symptomen begleitet werden, wie Interessenverlust oder Verlust der Freude, Früherwachen, Morgentief, deutliche psychomotorische Hemmung, Agitiertheit, Appetitverlust, Gewichtsverlust und Libidoverlust. Abhängig von Anzahl und Schwere der Symptome ist eine depressive Episode als leicht, mittelgradig oder schwer zu bezeichnen.“

ICD-10, 2019

Hauptsymptome

Nebensymptome

  • gedrückte Stimmung
  • Verlust von Antrieb und Aktivität
  •  Verlust von Freude
  • Schlafstörungen
  • Konzentrations- und Gedächtnisstörungen
  • Schuldgefühle
  • vermindertes Selbstwertgefühl
  • Appetitstörungen
  • Interessenverlust
  • Suizidgedanken

Schweregrad einer Depression

Erst wenn die Symptome länger als zwei Wochen an den meisten Tagen auftreten, spricht man einer depressiven Störung.

Je nachdem, an wievielen Symptomen ein Erkrankter leidet, wird zwischen einer leichten, mittelgradigen oder schweren depressiven Episode unterschieden.

Bei einer leichten depressiven Episode liegen mindestens ein Haupt- und mindestens ein weiteres Nebensymptom vor. Bei einer mittelgradigen Episode liegen zwei bis drei Haupt- und mindestens vier Nebensymptome vor. Eine schwere Depression wird dann diagnostiziert, wenn zwei bis drei Haupt- und mehr als fünf Nebensymptome auftreten. Dann ist es dem Erkrankten meist nicht mehr möglich, seinen Alltag zu bewältigen. 

Was macht Depressionen zu einer der gefährlichsten psychischen Erkrankungen? Die Gefahr liegt in den Suizidgedanken und -plänen, unter denen 80% der Erkrankten leiden. Besonders wenn eine schwere Depression vorliegt sind Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit groß. Dann können diese Gedanken zu einem Suizidversuch führen. 

Auch wenn Frauen häufiger einen Suizidversuch unternehmen, führt ein Suizidversuch von Männern sehr viel häufiger tatsächlich zum Tod. So nimmt sich einer von vier Männern im Verlauf der Erkrankung das Leben.

Eine weitere Unterscheidung nehmen Experten vor, wenn es um das Auftreten der Episoden in der Lebensspanne geht. 

Ungefähr jeder zweite Erkrankte erlebt nicht nur eine einmalige depressive Episode, sondern erkrankt mehrmals während seines Lebens daran. 

In diesem Fall spricht man von einer rezidivierenden (wiederkehrenden) depressiven Störung. Hält eine Depression mehr als zwei Jahre an, ohne dass es eine zwischenzeitliche Erholungsphase gibt, spricht man von einer chronischen Depression. In diesem Fall verändert sich das Gehirn durch den Einfluss der Beschwerden nachhaltig, was eine Genesung deutlich erschwert. Es macht also Sinn, sich schnellstmöglich die Hilfe eines Psychotherapeuten zu suchen. Denn Depressionen können in einer Psychotherapie gut behandelt werden.


Also nur Mut! Falls du dich in diesen Beschreibungen wiedergefunden hast, dann suche dir möglichst bald Hilfe bei einem Experten

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